Montag, 16. September 2013

Wenn der Bock zum Gärtner wird und die Angst regiert - Kommunismus-Aufarbeitung in Deutschland: Weshalb sollte Carl Gibsons SLOMR-Geschichte „Symphonie der Freiheit“ totgeschwiegen und die Edition des Folgebandes „Allein in der Revolte“– gar ganz verhindert werden?

Kommunismus-Aufarbeitung in Deutschland erschwert - 

Weshalb sollte Carl Gibsons „Symphonie der Freiheit“ totgeschwiegen und die Edition des Folgebandes „Allein in der Revolte“– gar ganz verhindert werden?

Monologus longus eines einsamen Rufers in der Wüste -
 die Interessen des kritischen Lesers im Visier.



Ein längst überfälliges Interview, das so hätte stattfinden können,
dass aber - aus Angst vor persönlichen Nachteilen - nie geführt wurde.

Die Angst um Leib und Leben regierte schon einmal in Deutschland und machte das Unaussprechliche möglich.

Heute, in den Tagen relativer Freiheit, in der Zeit der Wendehälse und Chamäleons,
 ist die Angst immer noch in den Köpfen präsent, 
sie regiert und verhindert die Wahrheit.




Vorbemerkung: 

Von den vielen, in den letzten Jahren an Carl Gibson herangetragenen Fragen sollen die wesentlichen in dieser Form beantwortet werden.

Frage:

Herr Gibson, vor wenigen Wochen erschien der zweite Band ihres Aufklärungswerks „Symphonie der Freiheit“ unter dem Titel „Allein in der Revolte“. Das Gesamtwerk ist nunmehr komplett, ihr Testimonium als Zeitzeuge und Mitwirkender an historischen Ereignissen aus der Sicht eines Bürgerrechtlers in der kommunistischen Diktatur Ceausescus ist somit  erbracht.

Weshalb kam der seit Jahren angekündigte zweite Band ihrer Erinnerungen so spät – und weshalb erschien der zweite Band, der faktisch doch der „Symphonie der Freiheit“ hätte vorausgehen müssen, erst jetzt, mehrere Jahre verspätet?

Carl Gibson: 

Gut Ding will Weile haben, sagt man. Doch in diesem Fall verhielt es sich ganz anders. Die „Symphonie der Freiheit“ kam zuerst, weil die darin präsentieren Fakten zur Gründung und Niederschlagung der ersten größeren freien Gewerkschaft in Osteuropa – ein gutes Jahr vor Solidarnosc in Polen – absolute Priorität hatten.
Doch dann kam ein Literatur-Nobelpreis (2009)  dazwischen – und neuer Aufklärungsbedarf zum Thema Dissidenz, kulturelle und politische Opposition bzw. Opportunismus. 
Die Edition des zweiten Bandes, angekündigt als „Gegen den Strom. Deutsche Identität und Exodus“ verzögerte sich, obwohl das Gesamtwerk abgeschlossen vorlag.

Der Verlag wollte nicht so, wie ich es wollte. Die Gegner des Buches, in welchem - neben anderen mehr oder weniger engagierten Propagandisten und Mitläufern des Kommunismus in Rumänien - auch die Nobelpreisträgerin für Literatur 2009 Herta Müller scharf kritisiert wird, wappneten sich und machten gegen mein Werk und meine Person mobil, teils öffentlich, teils anonym im Internet oder über Druckausübung auf mir nahe stehende Personen und Unterstützer – und dies aus dem Verborgenen heraus und mit moralisch fragwürdigen Methoden strafrechtlich gesehen an Rande der Legalität.

Es gab zahlreiche Diskreditierungs- und Diffamierungsaktionen gegen mich, einfach deshalb, weil die von mir präsentierten Wahrheiten einigen Kreisen nicht ins Konzept passten.

Frage:

Sie haben den jüngst erschienenen Band in letzter Minute umbenannt. Gab es triftige Gründe dafür?

Carl Gibson:

Im Titel eines Buches stecken in der Regel seine gesamte Botschaft und die ihm zu Grunde liegende Konzeption.

Während der mehr als dreijährigen Entstehungsphase (2005 – 2008) stand mein Werk  unter der Überschrift: „Gegen den Strom“ - mit dem Untertitel „Eine Symphonie der Freiheit“
So wurde das Manuskript auch Verlagen angeboten.

Der Abschnitt „Allein in der Revolte“ war nur ein Satz der symphonischen Komposition in Worten.
Da der Titel „Gegen den Strom“ auf dem Buchmarkt nicht singulär dasteht, sondern sogar weit verbreitet ist, schließlich kann man in vielen Bereichen gegen den Strom schwimmen, setzte ich in der Tat in letzter Sekunde auf „Allein in der Revolte“, nicht zuletzt auch deshalb, weil der nonkonformistische Weg eines Andersdenkenden während der Epoche des Kommunismus in Osteuropa mit diesen Worten ebenso trefflich eingefangen wird.

Der philosophisch Gebildete erkennt in dem Titel, der zugleich Programm ist, eine Hommage an Albert Camus und an den Existenzialismus:
Der Einzelne besinnt sich auf die conditio sine qua non menschlicher Existenz, auf die Freiheit und erhebt sich bewusst ankämpfend gegen staatliche Obrigkeit, in meinem Fall gegen den roten Totalitarismus.

Frage:

Nochmals, konkret nachgefragt: Weshalb erschien Ihr Buch, das 2008 bereits abgeschlossen war, vollständig erst im Februar 2013, also fast fünf Jahre später? 
Und weshalb musste der Druck des zweiten Bandes „Allein in der Revolte“, wie es heißt, rechtlich durchgesetzt werden?

Carl Gibson:

Verleger Dr. Röll aus Dettelbach, dem mein Werk durch mein Hinzutun praktisch zugefallen war und der es ohne Unternehmerrisiko mit Hilfe eines Druckkostenzuschusses des IKGS problemlos drucken konnte, hatte bereits 2007 angeregt, das voluminöse, über achthundert Seiten starke Werk in zwei Teilen herauszubringen.

Er ließ die „Symphonie der Freiheit“ drucken, tat aber dann nichts mehr, um das Werk bekannt zu machen.

Möglicherweise hielt ihn die Angst vor dem angeblich immer noch aktiven, vergeltend agierenden rumänischen Geheimdienst „Securitate“ ab, mehr für mein antikommunistisches Aufklärungswerk zu tun.

Herta Müller hatte in ihren zahlreichen literarischen und öffentlichen Mythisierungen und Vendetta-Kampagnen zur eigenen Image-Pflege das Zerrbild der Securitate in die Welt gesetzt, eine reine Fiktion, und mit ihrem Racheengelfeldzug gegen mutmaßliche Informanten jener ominösen Securitate im Westen viele, die nichts von der Materie verstanden oder nachprüfen konnten, arg verunsichert, Journalisten, Wissenschaftler und eben auch Verleger.

Vielleicht fürchteten einige exponierte Zeitgenossen, jene Assassinen, die angeblich seit zwei Jahrzehnten hinter Herta Müller her sind, könnten auch Dritte existenziell gefährden. Überprüft hat Herta Müllers Schauer-Legenden niemand.

Vielleicht war Dr. Josef Röll auch die in der „Symphonie der Freiheit“ präsentierte Materie, vor allem meine Kritik an Herta Müller, deren moralische Integrität ich dort und anderswo öffentlich massiv in Frage stellte, zu brisant, um sich mit meinem Werk zu identifizieren, es gar zu verteidigen, offen hinter ihm und seinem Autor zu stehen?

Als ich ihm - nach langem Hin und Her-  im Juli 2010 das druckfertige Manuskript von „Allein in der Revolte“ – wie vorab vereinbart fristgerecht vorlegte, ließ mich dieser „Verleger“ zunächst sechs Wochen warten und zappeln, um mich dann endgültig auflaufen zu lassen, indem er vertragsbrüchig wurde und den Druck von Band zwei der „der „Symphonie der Freiheit“ verweigerte.

Die Erwartung der Leserschaft und der vielfache Schaden für den öffentlich exponierten Autor waren ihm egal.

In einem sogar beleidigenden Schreiben teilte mir Verleger Röll, der als Alleiniger von dem Verkauf meines geistigen Eigentums, meiner jahrelangen Arbeit und Investition profitiert hatte, lediglich lapidar mit, mit einer Nobelpreisträgerin wolle er sich nicht anlegen.

Basta!

Dabei unterstellte er, der mein Werk zum kostenlosen Abruf zu großen Teilen über books. google ins Internet gestellt hatte, mir auch noch, ich wolle seinen Verlag instrumentalisieren.

Nachdem der Verleger Monate lang jede Kommunikation mit mir verweigerte, doch den erlösten Ertrag einstreichen und sich einseitig aus dem Vertrag ausklinken wollte, musste ich notgedrungen den Rechtsweg beschreiten.

Die rechtlichen Auseinandersetzungen zogen sich so lange hin, bis der Verleger schließlich einsah, dass geschlossene Verträge auch eingehalten werden müssen. 

Letztendlich wurde das Manuskript genau in der Textfassung gedruckt, die der Verleger Röll Jahre zuvor (September 2010) aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen abgelehnt hatte.

Wie sollte ich das der Leserschaft erklären?

Ich rechtfertigte mich im Internet und veröffentlichte umfassende Leseproben aus dem zweiten Band auf meinen Blogs, um der Leserschaft die vorenthaltene historische Aufarbeitungs-Materie bekannt zu machen.
Doch nicht jeder potentielle Leser nutzt das Internet.

Nach dem Erscheinen von „Allein in der Revolte“ jetzt im Februar 2013 im J. H. Röll Verlag löste ich das für mich bisher höchst nachteilige Geschäftsverhältnis mit dem J. H. Röll Verlag endgültig auf.

Alle Rechte für das Gesamtwerk „Symphonie der Freiheit“ bzw. „Allein in der Revolte“ liegen nur wieder beim Autor Carl Gibson.

Auf eine Überarbeitungen des zweiten Bandes – etwa unter Berücksichtigung der Erkenntnisse beim Studium meiner Securitate-Opfer-Akte (und jener Herta Müllers) bei der rumänischen Gauck-Behörde CNSAS während meiner Bukarest-Reise 2010 – habe ich diesmal verzichten müssen, da nur ein Ergänzen des Gesamtwerkes sinnvoll ist.

Wenn ich demnächst einen engagierten Verleger für das Gesamtwerk finden sollte, werde ich mich wieder an die Arbeit machen.

Frage:

„Allein in der Revolte“ liegt nun vor- wie hoch ist die Auflage und sind Sie mit der Ausstattung zufrieden?

Carl Gibson:

Für einige Verleger zählt immer nur die Gewinnmaximierung. Obwohl der Band zum gleichen Preis verkauft wird wie die wesentlich besser ausgestattete „Symphonie der Freiheit“ hat der Verleger nur eine kartonierte Fassung gedruckt, was bei dem Textvolumen nicht ratsam ist. 
Außerdem fehlen die dem Verlag angebotenen Illustrationen des  Illustrators Michael Blümel beziehungsweise zahlreiche Dokumente zur Opposition, die von Anfang an vorgesehen waren.

Die äußerst knappe Auflage war so mit mir nicht abgestimmt. Das Buch war praktisch schon wenige Wochen nach der Edition vergriffen und musste nachgedruckt werden. Auch deshalb bemühe ich mich gerade um neue Verlagskontakte.

Frage:

Auf dem erlittenen materiellen und immateriellen Schaden bleiben Sie wohl sitzen?

Carl Gibson:

Das ist leider so. Man könnte ständig klagen, Anwälte und Gerichte beschäftigen, statt sich um geistige Dinge zu kümmern.
Um meine konkreten Verluste kümmert sich niemand.

In der ganzen Angelegenheit, einen kritischen Beitrag zur Geschichte des Kommunismus in einer der repressivsten Diktaturen Osteuropas vorzulegen, wurde ich nicht nur als Autor massiv geschädigt und von obskuren Kräften in Verruf gebracht, sondern auch substanziell im Materiellen, da ich viel investiert, um das fast tausendseitige Opus in jahrelanger Arbeit möglich zu machen – mit gravierenden existenziellen Auswirkungen, auf die ich an dieser Stelle nicht näher eingehen will.

Wer Kreise stört, muss mit dem erbitterten Widerstand etablierter Kräfte rechnen, mit Netzwerken und Seilschaften, die mit viel Geld und Macht kleine Aufmucker, Rebellen, Nonkonformisten, freie Geister und kritische Autoren gnadenlos zerstören, ganz egal, ob sie die Wahrheit vertreten oder nicht.

Es soll nicht sein, was nicht sein darf. Wenn politisch ein großes Rad gedreht wird, dann sollen kleine Saboteure ihre Holzpantoffeln nicht ins Räderwerk schmeißen.


Frage:

Also gilt das Prinzip David gegen Goliath – so wie Sie es als freier Blogger im Internet oft angesprochen haben?
Kämpfen Sie nicht gegen ein übermächtiges Netzwerk aus politischer Macht, Protektion und Geld?

Carl Gibson:

In der Tat, doch das ist ein Thema für sich, ein großes Thema mit Variationen, das diesen Rahmen eindeutig sprengen würde.
Vorerst stehe ich wieder allein da, als Einzelkämpfer wie früher am Anfang der Rebellion – und bin mein eigenes Netzwerk.

Dank der Möglichkeiten des Internets kann ich trotzdem weiter agieren und weltweit gelesen werden, ich kann einiges kompensieren und dagegen halten, auch wenn ich oft gedungene Mehrheiten gegen mich habe, die die Positionen der anderen Seite durchzusetzen versuchen.

Frage:

Das Institut für südosteuropäische Geschichte und Literatur (IKGS) stand doch von Anfang an hinter Ihrem Werk und wollte das Buch auch verlegen?
Weshalb hat sich diese Forschungseinrichtung an der Universität München letztendlich doch noch von Ihrem Werk – wie es heißt –  „distanziert“. Gab es inhaltliche, konzeptionelle oder editorische Differenzen?

Carl Gibson:

Ob sich das IKGS von der „Symphonie der Freiheit“ bzw. von „Allein in der Revolte“ und definitiv auch von mir distanziert hat, weiß ich nicht. 

Jedenfalls hat man dort, nachdem man die Entstehung des Projekts wohlwollend einige Jahre begleitet hat, nach der Edition im J. H. Röll Verlag nicht mehr viel oder fast gar nichts für die Popularisierung des Werkes getan, in welchem immerhin eine wichtige  antikommunistische Bürgerbewegung (SLOMR) beschrieben wird. Das Gegenteil ist eher der Fall.

In der IKGS-Zeitschrift "Spiegelungen" wurde das Erscheinen der „Symphonie der Freiheit“ nicht einmal erwähnt, geschweige denn - wie zugesagt - besprochen,
Die feine englische Art ist das nicht!

Ja, man hat mir seinerzeit im Vorfeld allerlei Versprechungen gemacht, mündlich natürlich - wie bei den Kommunisten, damit man nachträglich nichts einfordern kann.

So sollte der bekannte Übersetzer Gerhard Csejka das umfangreiche und komplexe Buch "lektorieren" – der Schriftsteller Hans Bergel sollte es in „Spiegelungen“ besprechen.

Der Preis dafür: 

Ich hätte in der „Symphonie der Freiheit“ und in „Allein in der Revolte“ die Linken schonen sollen, namentlich die Agitatoren und Mitläufer der Rumänischen Kommunistischen Partei, die Akteure aus der so genannten Aktionsgruppe Banat
Wendehälse und Chamäleons, rote Saulusse, aus welchen über Nacht nach ihrer Ausreise in die früher verachtete Bundesrepublik Deutschland - jenseits von Canossa - wertkonservative Paulusse wurden, zum Teil mit Heiligenschein – allen voran Herta Müller, die sich schon einen meines Erachtens höchst fragwürdigen  Namen gemacht hatte.

Vor allem an diesem einen Nimbus der Kandidatin im Nobelpreisrennen sollte ich nicht kratzen, damit der große Coup einiger Macher aus der Polit-und Verlagsszene nicht in Gefahr kommt – und ihre Marionette ans Ziel.

Da ich die Linken nicht schonte, wurde ich fallen gelassen!

Grundsatzfrage:

Hätte ich in meinem Buch alle Altkommunisten und Opportunisten verschonen sollen, ohne ihre Verstrickung in das KP-und Securitate-Terror-System kritisch anzusprechen?

Dann hätte ich mir das gesamte Aufklärungs-Werk und die Phänomen-Beschreibung des Kommunismus währen der Ceausescu-Diktatur vollkommen ersparen können!

Wozu noch Kommunismus-Aufarbeitung, wenn diese durch und durch verlogen und zutiefst unaufrichtig ist?

Mit der Aufklärung verhält es sich so wie mit der Schwangerschaft – ein bisschen davon geht nicht.

Entweder man ist konsequent und betreibt sie ganz – oder man lässt die zermürbende Arbeit endgültig bleiben und verlegt sich – wie Herta Müller -  auf fiktionale Belletristik, wo jeder machen kann, was er will, sei es noch so verrückt.

Meine heftige Kritik an Herta Müller in der „Symphonie der Freiheit“  wurde in den Kreisen des IKGS wohl als Illoyalität ausgelegt - und mir schweigsam entgegen handelnd zum Vorwurf gemacht.

Schließlich war man in großen Reigen bis über die Ohren mit involviert und betroffen.

Schließlich war man auch einmal in der Kommunisten-Partei und wollte nunmehr auch nicht noch den guten Job riskieren, nur um einem Prinzip zu genügen.

So ist das mit der Moral – und den Lügen, die gedeckt werden.

Ergo - Wenn ich schon nicht ganz ausgebremst und gestoppt werden konnte, dann sollte ich wenigstens totgeschwiegen werden.

Die Pontius Pilatus-Akteure vom IKGS wollten sich fein ausklinken und ihre Hände in Unschuld waschen.

Also –vergaß man Prinzipien Anstand und Würde und nahm man dafür ein kleines Opfer in Kauf.

Carl Gibson - ein Kollateralschaden?

Noch ein Wort zum Ausklinken des IKGS aus dem Vergangenheitsaufarbeitungs- und Vergangenheitsbewältigungsprojekt „Symphonie der Freiheit“ bzw. „Allein in der Revolte“, das als eine komplexe Phänomenbeschreibung des Kommunismus in Rumänien angesehen werden kann.

Als die Betreuer merkten, wohin die Reise konzeptionell ging, wollten sie eine Schmalspurlösung, eine konventionelle Abhandlung über die freie Gewerkschaft SLOMR auf circa 300 Seiten mit Dokumentation, mehr nicht.
Keine philosophischen Exkurse, keine Essays, keine Literatur – nur eine realistische Sachbeschreibung. 

Da es mir aber um mehr ging, nämlich um die künstlerische Konzeption, die ich in dem Nachwort zur „Symphonie der Freiheit“ , abgedruckt in „Allein in der Revolte“ auf über 20 Seiten erläutert habe, musste eine Konsens-Lösung her, nämlich die Entscheidung, das schließlich mit einem Druckkostenzuschuss geförderte Buch im J. H. Röll Verlag erscheinen zu lassen.

Frage:

Was wäre anders gekommen, Herr Gibson, wenn ihr Werk fristgerecht und wie angekündigt erschienen wäre?

Carl Gibson:

Ja, was wäre wenn!?

Darüber kann man nur spekulieren. 

Einige Landsleute, Banater Schwaben, Siebenbürger Sachsen aber auch Repräsentanten des rumänischen Exils im Westen hätten das Werk von Alpha bis Omega lesen können, so wie es erwarteten und so wie es von Anfang an konzipiert und ausgearbeitet worden war. 

Einige Leser wandten sich nach Jahren des Wartens enttäuscht ab, wohl ahnend, dass „Allein in der Revolte“ überhaupt nicht mehr folgen werde.
Die von der deutschen Presse unkritisch mitgetragene Einschüchterungskampagne Herta Müllers hat also ihr Ziel fast erreicht.
Die Angst vor ihrem Einfluss und ihren mächtigen Freunden aus der Verlagswirtschaft und Politik hat meinen Verleger wohl verunsichert und zurückgeschreckt. Eine klärende Aussprache darüber gab es nicht.

Ja, was wäre wenn!?

Der Welt wäre vielleicht eine „Nobelpreisträgerin Herta Müller“ erspart geblieben.

Denn wenn die „Symphonie der Freiheit“ und. „Allein in der Revolte“ der kritischen Wissenschaft und investigativen Journalisten vorgelegen hätte, dann hätten kompetente Leute herausfinden können, dass Herta Müller schamlos aus meinem Werk abgekupfert hat.

Als Plagiatorin entlarvt, wäre sie aus der Runde der Nobelpreis-Kandidatin für Literatur sicherlich ausgeschieden.

Nun kommt die ganze Wahrheit halt etwas später – schlimm für die kontrovers diskutierte Kandidatin aus dem Banat und noch schlimmer für ihre „Nominierer“ Michael Naumann und die Bundesrepublik Deutschland.

Der Skandal, der bereits 2008 einsetzte und 2009 im Lügenartikel der Herta Müller in der ZEIT gipfelte, trotzdem aber mit Macht von den Mächtigen unter dem Teppich gehalten werden konnte, indem man mir einen Maulkorb verpasste, meine Argumente aus der Debatte drängte, mich ausgrenzte und stigmatisiert an den Pranger stellte, wird nicht mehr zu vermeiden sein.

Jetzt, wo mein Werk komplett vorliegt und jeder Student, jeder aufrichtige, kritische Geist der Sache auf den Grund gehen kann, dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, wann Herta Müller unehrenhaft aus dem Parnass der Gegenwartsliteratur verabschiedet wird und vom usurpierten Podest stürzen wird wie Ikarus, der sich frevelhaft in Hybris der Sonne näherte.

Alles hat seine Zeit.

Lügen wirken nur kurzfristig. Die Wahrheit aber, das ist gewiss, wird sich durchsetzen und ist auf Dauer nicht aus der Welt zu bannen.


Frage:

Wo stehen Sie mit ihrem Werk in Absetzung von Herta Müller?

Carl Gibson:

Mein eigenes Werk will ich nicht selbst bewerten, trotzdem sehe ich es als einen radikaler Gegenentwurf zu dem, was Herta Müller literarisch angeboten hat. 

Zwei grundverschiedene Auffassungen von Kultur, Bildung, Kunst, Geist, Literatur prallen aufeinander. 
Fast alles ist ihrem Angebot diametral entgegengesetzt. 

Wo ich auf differenzierte, realistische Beschreibung setze, auf objektiv und empirisch Überprüfbares, das hermeneutisch bzw. methodenpluralistisch vermittelt und partiell im Essay in Kunst (Literatur) umgesetzt wird, bietet Herta Müller der Welt hauptsächlich irrationale Fiktion, jenseits jeder Logik und Literaturtheorie. 

Ein vielschichtiges Werk in der Komplexität von „Symphonie der Freiheit“  wird weder Herta Müller noch jemand aus ihrem Unterstützer-Umfeld je vorlegen, denn dazu fehlen die Voraussetzungen.

Ihre Literatur lehne ich – als ausgewiesener Literaturwissenschaftler ab – und zwar von Anfang an. 

Doch das ist auch eine subjektive Angelegenheit. 
Wesentlich problematischer ist ihre „moralischen Integrität“, die ich als Zeitzeuge und als authentisches Opfer des Kommunismus  seit Jahren öffentlich in Frage stelle.

Herta Müller hat nicht nur einmalig dreist aus der „Symphonie der Freiheit“ sowie aus „Allein in der Revolte“ abgekupfert wie ein Schulmädchen im Aufsatz, sie ist auch in meine Opfer-Haut geschlüpft und hat das, was ich an Folter, Demütigungen, Entwürdigungen und Psychoterror in Haft und Gefängnis erlebt habe, als eigene Erfahrungen mit dem rumänischen Geheimdienst Securitate ausgegeben.

Inzwischen habe ich den Plagiatsvorwurf öffentlich bekannt gemacht, unter:

http://vs-baden-wuerttemberg.blogspot.de/2013/09/vs-mitglied-und-carl-gibson-erhebt.html

Die Ankündigung meiner Plagiatsvorwürfe an die Adresse von Herta Müller durch den Schriftstellerverband (VS) Baden-Württemberg hielt sich eine ganze Woche (vom 5. September bis zum 12.09.) im Internet, wurde dann aber wird vom Netz genommen.

Der lange Arm d...

Das kennt man aus der verbrecherischen Geschichte des Kommunismus ...

Gab es in dieser Sache Interventionen, Druck ....???


Herta Müller Vorgehen ist freche Hochstapelei, mehr nicht.

Herta Müller hat bisher alle getäuscht, die ihr vertraut haben – und alle haben sich willig täuschen lassen, aus vielen Gründen.

Das ureigenste Metier des Journalisten und des kritischen Forschers auch in der Literatur- und Geisteswissenschaft ist die Recherche.
Im Fall Herta Müllers wurde noch nie wirklich recherchiert – ganz im Gegenteil: Während die deutsche Presse sich bemühte, ihre Sicht der Dinge stützend zu transportieren, wurde Aufklärern wie mir ein Maulkorb verpasst wie bei Honecker, Ceausescu und Stalin.

Wir Aufklärer wurden stigmatisiert, ausgegrenzt, an den Pranger gestellt, systematisch gemobbt und verleumdet – unsere Werke sollten totgeschwiegen werden.


Die freche Lügnerin und Täuscherin Herta Müller aber wurde mit dem Nobelpreis geehrt und erhielt zusätzlich noch das Große Bundesverdienstkreuz des Staates, den sie einst verschmähte, den Maximiliansorden der Bayern und noch einen „Ehrendoktor“ der Universität Paderborn obendrauf!

Also klage ich an und mache die Sache öffentlich.

Ehre wen Ehre gebührt?

Darf eine Lügnerin mit dem Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet werden?

Als Ethiker habe ich etwas dagegen! Aber auch als mündiger Bürger, der es nicht hinnehmen will, dass Herta Müller, die wissentlich mehrfach die Unwahrheit gesagt und so die breite Öffentlichkeit getäuscht hat, sich mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik schmückt.

Nach meiner Auffassung wird auf diese Weise das Bundesverdienstkreuz an sich entwertet. 

Alle Bürger ohne Tadel, die diese hohe Auszeichnung  berechtigt tragen, werden so herabgewürdigt.

Die aus meiner Sicht unberechtigten „Ehrungen“ Herta Müllers sind ein Hohn auf alle Werte und auf die Opfer totalitärer Systeme weltweit!


Ja, auch das musste einmal gesagt werden!







 Carl Gibson, Philosoph, Historiker,  Bürgerrechtler -

seine Kritik an der  Nobelpreisnominierung und der Nobelpreisehrung Herta Müllers ging um die Welt - bewirkt hat sie nicht viel.




 Herta  Müller - von ihren Förderern zur Ikone stilisiert





Noch 1984 publizierte die angeblich verfolgte Schriftstellerin Herta Müller

im "Neuen Weg", in deutscher Sprache

in Bukarest zur Zeit der Ceausescu-Diktatur


1978 - Richard Wagner, seit  1982 mit Herta Müller verheiratet,
liefert hier seine Propaganda-Aufbau-Lyrik ab,
aus der Sicht eines Genossen der Rumänischen Kommunistischen Partei





Richard Wagners Partei-Genosse
aus der
Rumänischen Kommunistischen Partei
Nicolae Ceausescu




Hier veröffentlichten Richard Wagner und Herta Müller mit dem Segen der KP
- ist das alles schon vergessen?




Carl Gibson - ein Opus über Widerstand im Ceausescu-Kommunismus

Hier bediente sich schamlos Herta Müller.

Die Germanisten aus Paderborn und Würzburg werden die plagiatsverdächtigen Textstellen sicher bald eruieren und in die Diskussion stellen.



Presseinformation : Plagiatsvorwurf Carl Gibsons gegen Herta Müller


Autor und Bürgerrechtler Carl Gibson bezichtigt Herta Müller des literarischen Plagiats und der Täuschung der Öffentlichkeit


Pünktlich zur Vergabe der Nobelpreise in Stockholm und zur Eröffnung der Buchmesse 2013 in Frankfurt
erhebt der ehemalige Dissident und Buchautor  Carl Gibson Plagiatsvorwürfe gegen die Herta Müller.

Bad Mergentheim:
Wie aus den jüngsten Veröffentlichungen auf dem Blog des - ebenfalls aus dem rumänischen Banat stammenden - Autors und seinem jüngsten Rundschreiben an die Medien zu erfahren ist,
soll Herta Müller, die Nobelpreisträgerin für Literatur 2009,  ihre seinerzeit im ZEIT-Magazin im Juli 2009 erstmals geschilderte
körperliche Securitate-Folter frei erfunden
 und bei der literarischen Ausgestaltung aus Gibsons zweibändigem Erinnerungswerk
Symphonie der Freiheit. Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur, 2008, 
und – auszugsweise auch aus - „Allein in der Revolte. Eine Jugend im Banat“, vollständig 2013 erschienen,
abgeschrieben haben.

Herta Müller habe in ihrer fragwürdigen und unglaubwürdigen Folter-Darstellung einschneidende Ereignisse, Erfahrungen aus Carl Gibsons Biographie instrumentalisiert sowie zahlreiche essentielle Details aus dem Dissidentenleben und der antikommunistischen Opposition übernommen, namentlich Elemente eines authentischen Securitate-Verhörs und dieses und – mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Ereignis – angeblich erstmals als selbst erlebt geschildert.

Darüber hinaus seien Ideen, Konzeptionen, Stilmittel – bis hin zu vollständigen Hauptsatz-Aussagen - nachweislich auf Carl Gibsons Aufklärungswerk zurückzuführen.

Über das "Plagiat" hinausgehend
 -  durch die Vorspiegelung falscher Tatsachen, speziell der körperlichen Folter durch den rumänischen Geheimdienst, die reine Fiktion sei - 
habe Herta Müller die bundesdeutsche und internationale Öffentlichkeit massiv getäuscht, nur um ihre Nobelpreisnominierung zu rechtfertigen.

In der im Internet und über Email jüngst verbreiteten Pressemitteilung  Carl Gibsons heißt es:

Herta Müller, Nobelpreisträgerin für Literatur 2009, schreibt seit Jahren aus meinem Werk ab.

Dabei werden die individuellen Securitate-Erfahrungen eines authentischen Opfers der kommunistischen Diktatur von Herta Müller als eigene Erlebnisse ausgegeben bzw. zu eigenen Zwecken belletristisch wie biographisch instrumentalisiert.

Inzwischen habe ich mich entschlossen, an die Öffentlichkeit zu gehen und das – nach meiner Auffassung – offensichtliche literarische - “Plagiat“ zur Diskussion zu stellen.“

Carl Gibson verweist auf die bereits erfolgte Ankündigung der Plagiat-Debatte auf seinen Blogs u. a. unter:



Eine kritische Auseinandersetzung mit Herta Müllers Behauptungen, sie sei vom rumänischen Geheimdienst Securitate verfolgt und physisch gefoltert worden, liefert Gibson auf nahezu hundert Seiten in dem Beitrag:


Weitere Beiträge des seit Jahren einschlägig bekannten Herta Müller-Kritikers, der den Anspruch erhebt, die schwer zugängliche Materie aus Insider-Sicht überprüfbar aufzuklären, finden sich ebenfalls im Internet.

Carl Gibson, Gründer der ersten „Freien Gewerkschaft rumänischer Arbeiter SLOMR“  in Temeschburg, (Timisoara), im rumänischen Banat, langjähriger Dissident und während der Ceausescu-Diktatur ein halbes Jahr im kommunistischer Gefängnishaft,
appelliert an Ethos und Gewissen der freien Presse und fordert investigative Recherchen sowie eine kritische, unparteiliche Berichterstattung ein.

Es gelte,
„Politisch hochbrisantes Material zum Thema (erschlichener) Nobelpreis an Herta Müller - (inszenierte Verfolgung, politische Einflussnahme, Protektion durch Politik und Medien)“ aufzuarbeiten."

Der Autor, Mitglied des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS)  in Baden-Württemberg, schreibt in seinem Rundschreiben:

„Nach jahrelangen Recherchen im In- und Ausland habe ich herausgefunden, dass die von politischen Kreisen (CDU/SPD) massiv geförderte, jedoch kontrovers diskutierte deutsche Nobelpreisträgerin für Literatur 2009 Herta Müller in zahlreichen Punkten die Unwahrheit gesagt hat.

Ihre „Verfolgung“ durch die „Securitate“ während der kommunistischen Diktatur in Rumänien ist frei erfunden. Die Nominierung für den Literatur- Nobelpreis wurden nach meiner Auffassung politisch forciert bzw. erschlichen – und dies bei rücksichtsloser Täuschung der internationalen Öffentlichkeit.

Vielfache Bemühungen um Richtigstellungen
 - aus der Sicht eines ehemaligen Bürgerrechtlers, Zeitzeugen und konkreten Opfers der kommunistischen Diktatur Ceausescus –
wurden seinerzeit von der Konrad Adenauer-Stiftung der CDU bzw. von der Redaktion des Magazins DIE ZEIT willkürlich abgewürgt.
Eine öffentliche Debatte über die „moralische wie politische Integrität“ der Kandidatin, die eine Nobelpreisvergabe an Herta Müller unmöglich gemacht hätte, wurde so verhindert.

Zum Einstieg in die komplexe Materie (mit viel Erklärungsbedarf und Vorwissen)biete ich als ersten Einblick folgende Beiträge mit Thesen und Argumenten an:





Weiteres Material zur Thematik von grundsätzlicher Relevanz, inklusive einer differenzierten Beweisführung, stelle ich den Medien auch in schriftlicher Form zur Verfügung.

Was in diesem Fall seit 2004 (KAS-Literaturpreis an Herta Müller bzw. Nominierung ohne öffentliche Aussprache) an Verschleierung und Vertuschung erheblicher Tatsachen ablief, ist nach meiner Auffassung ein Skandal.

Die freie Presse muss endlich dagegen halten und einiges aufklären.

Die unheilige Allianz zwischen Kräften der CDU und der SPD bei der Durchsetzung einer Kandidatin mit fragwürdiger Vita aus Gründen der Staatsraison sollte nicht nur durchschaut, sondern auch im Sinne der Wahrheitsfindung öffentlich diskutiert werden, auch nach dem „Fait accompli“ der Nobelpreisehrung.

Es kann nicht sein, dass ein einst systemprivilegierter Wendehals, der opportunistisch rücksichtslos mit den Kommunisten einer Diktatur paktierte, nunmehr als lupenreines Aushängeschild einer Demokratie inszeniert und geehrt wird.

Politische Konsequenzen aus dem - publizistisch noch unentdeckten - Skandal sind bisher ausgeblieben.

Ganz im Gegenteil –statt berechtigten Vorwürfen nachzugehen, statt konsequent aufzuklären, setzte die deutsche Politik noch eines drauf und ehrte die kontrovers diskutierte „Unbeugsame“ auch noch mit dem Großen Bundesverdienstkreuz, vielleicht nur, um eine Lüge zu decken oder um vom eigenen politischen Versagen in diesem Fall abzulenken.

Seit 2008 wird vielfacher Druck auf mich ausgeübt.
Darüber hinaus wurde eine Anwaltskanzlei beauftragt, mich von weiteren Aufklärungsaktivitäten in der Causa Herta Müller abzuhalten.

Es ist nur eine Frage der Zeit, wann und von wem diese Thematik von besonderer politischer Tragweite und verschwörungsähnlichem Charakter journalistisch aufgegriffen und als Story präsentiert wird.

Da die literaturwissenschaftlichen Mühlen der Alma Mater recht langsam mahlen und politische Implikationen dort in der Regel ignoriert werden, würde ich es begrüßen, wenn kritische Medien sich bald dieser Materie annehmen würden.“

Wer den kulturpolitisch höchst  brisanten Fall aufgreifen will, kann sich meiner Zusammenarbeit als Insider und kritischer Autor sicher  sein.

Die fiktiven Konstruktionen Herta Müllers verbunden mit der flankierenden Deckung aus der Politik sind – bei Mitwirkung eines kompetenten, eingelesenen Insiders – bereits durch die kritische Aufarbeitung ihres ZEIT-Artikels
„Die Securitate ist noch im Dienst“ detailgerecht nachweisbar.

Die ausführliche Offenlegung zahlreicher, systematisch ausgebreiteter Lügen erfolgt hier:


In dem kompilatorischen Bericht 
„Die Securitate ist noch im Dienst“, 
an welchem auch die ZEIT-Redaktion kreativ mitwirkte, kupfert Herta Müller nachweislich plagiatorisch aus meinen Werken ab.

Die detaillierte Beweisführung  dieses – aus meiner Sicht - eindeutigen Plagiats  ist bereits ausgearbeitet und liegt vor unter dem Titel:

Literarisches Plagiat oder Inspiration?
Herta Müllers konkreative Carl Gibson-Rezeption.

Das bis jetzt zurückgehaltene, noch unveröffentlichte Beweis-Material (mehr als 150 Seiten) werde ich Presse und Medien ebenfalls vorlegen, insofern eine differenzierte Berichterstattung zugesagt wird.

Ethischer Journalismus verpflichtet solchen Ungerechtigkeiten auf den Grund zu gehen und diese berichtend aus der Welt zu schaffen.“

Carl Gibson





Copyright: Carl Gibson
Fotos von Carl Gibson: Monika Nickel















                                                           

Montag, 26. August 2013

"Teurer Freikauf - Das Geschäft mit den Rumänien-Deutschen" - Kritische Anmerkungen zu einer missratenen „Phoenix“-Sendung

"Teurer Freikauf - Das Geschäft mit den Rumänien-Deutschen" - Kritische Anmerkungen zu einer missratenen „Phoenix“-Sendung der ARD


Foto: Carl Gibson

Im neuen Glanz -
Die "Folterkammer der Securitate" am damaligen Leontin Salajan- Boulevard in Timisoara heute.

Nach "Stalinisten" benannte Straßen wurden inzwischen in Rückbesinnung auf bürgerliche und monarchische Traditionen umbenannt,
Fassaden wurden neu gestrichen -
das Innenleben der Gebäude ist aber oft noch identisch mit dem der Geist der alten Zeit. 

 Polizei und Miliz (links im Bild) nutzen das Bollwerk der Unterdrückung und massiver Menschenrechtsverletzungen weiter. 



Um es vorweg zu nehmen: Die „Phoenix“-Sendung vom 25. August 2013 war für mich eine riesige Enttäuschung, nach meiner Auffassung schlecht konzipiert, schlecht recherchiert, schlecht ausgeführt und mit diversen Fehlern behaftet.

Die Erwartungen einiger Insider waren hoch. 
Würde die Dokumentation viele der noch offenen Fragen zum modernen Sklavenhandel zwischen Ost und West beantworten?

Was wurde aus den Zehntausenden von D-Mark, die Gutgläubige und Geprellte den Mittelsmännern der Securitate anvertrauten, um schnell in den Westen zu gelangen?

Landete das Schmiergeld der vielen Banater Schwaben auf den Privat-Nummernkonten des roten Führers und seines Clans irgendwo im westlichen Ausland?

Bereicherten sich einzelne korrupte, kriminelle Securitate-Führungskräfte und ihre Handlager aus der KP?

Was war offiziell zwischen zwei souveränen Staaten ausgehandelt und vertraglich geregelt?

Wichtige Daten und Fakten dazu fehlten in dem Bericht, der auf dem angeblichen „Auspacken“ des im Auftrag der Bundesregierung agierenden Anwalts Hüsch und seines rumänischen Gegenspielers und Geschäftspartners aufbaut, die beide je ein „Buch“ darüber veröffentlichten.

Was macht die Film-Autorin und ARD-Korrespondentin Susanne Glass aus der brisanten Materie?

Ein wirres Sammelsurium, das eher in die Desinformationsabteilung der Stasi passt als in eine aufklärende Dokumentation des öffentlich-rechtlichen Informationskanals „Phönix“.
Guter Journalismus ist das Präsentierte jedenfalls nicht!

Eine ausführliche Darstellung der - mir aus zahlreichen Opfer-Zeugnissen bekannten Materie, findet der Interessierte hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Freikauf_von_Rum%C3%A4niendeutschen

Wer kommt in der Sendung überhaupt zu Wort?

Etwa ein „neuer“ Bundesbürger, der die berüchtigten Schmiergelder aufbringen musste, um diese hohe Summe dann lange Jahre seines Lebens abzuarbeiten?

Kuriere, die den Deal einfädelten und dabei gut verdienten?

Opfer, die nur zahlten und dann leer ausgingen?

Nein, die Akteure sind andere!

Da taucht etwa eine Herta Müller auf, 
eine Antideutsche , die ihren deutschen Landsleuten mit einem die deutsche Lebensart und die deutsche Kultur verhöhnenden Bändchen in den schwersten Stunde des aufkommenden Exodus in den Rücken fiel (1982).

Im Gegensatz zu ihren Landsleuten im Banat und in Siebenbürgen wollte Herta Müller damals überhaupt nicht auswandern, schon gar nicht in die Bundesrepublik, der sie mit Skepsis begegnete.

Sie jetzt zum Prototypen des Auswanderers aus dem Banat zu stilisieren, erscheint mir grotesk.

Die eingestreuten Statements von Herta Müller kommen ohne Jahreszahl daher.
Weshalb?

Man darf rätseln, wann sie was gesagt hat und in welchem Kontext.

Im Gegensatz zu ihren Landsleuten im Banat und in Siebenbürgen musste Herta Müller dann später, als sie nach zwei BRD- bzw. Westreisen zu neuen Anschauungen gekommen war, nicht jahrelang „auf den Ausreise-Pass“ warten. 

Sie durfte ziehen – mit dem Segen der RKP - mit ihrem Gatten aus der KP und anderen Poeten aus der gleichen KP Ceausescus.

Davon hört man kein Wort in dem Filmbericht.

Kritische Haltung? – Fehlansage!

Wer wird noch interviewt, kompetent befragt?
Meine Landsleute aus dem vor den Toren von Temeschburg gelegenen Sackelhausen (Sacalaz) waren "Vorreiter" dieser Schmiergeldzahlen ( an der "Gärtner"). Man hätte sie befragen können.
Sie bekommt man in dem Filmbeitrag nicht zu Gesicht - und das Banat auch nicht.

Dafür schmückt man sich mit bekannten Namen!

Da taucht ein weiterer moralischer Versager auf, ein Zurückgebliebener aus Siebenbürgen:

Der Verräter Eginald Schlattner
ein sonderbarer Prediger und Zeitgenosse, der seine Schriftstellerkollegen Hans Bergel, Scherg, Birkner, W. von Aichelburg der Securitate preisgab, der sie 1959 denunziatorisch ans Messer lieferte und für Jahre in stalinistische Gefängnis brachte.

Niemand fragte ihn in dem Film-Bericht, weshalb gerade Schlattner seinerzeit in der roten Hölle zurückblieb!

Ferner gibt ein 1980 legal ausgereistes Pfarrer-Ehepaar aus Siebenbürgen Auskunft,  ein Hirte, der seine Herde verließ, weil die eigene Tochter angeblich Psychoterror in der Schule zu erdulden hatte,
ebenso ein beliebiger zurückgebliebener Siebenbürger, der nach dem Hörensagen Schmiergeld-Aktionen schildert.

Altes und neues Filmmaterial wird unkommentiert und rücksichtslos und journalistisch unverantwortlich gemischt, was mehr verwirrt als erklärend wirkt. 

Jede Chronologie, jede historische Entwicklung ist überflüssig. 

Billige Effekthascherei hat Priorität – ebenso wie das das triviale Detail (Jagdflinten-Geschenk an Ceausescu) vor den Fakten (etwa die Reise von Kanzler Helmut Schmidt 1978 nach Rumänien und die Aushandlung des Ausreisekontingents von 10 000 Staatsbürgern deutscher Nationalität aus dem sozialistischen Rumänien in die BRD – gegen Cash.

Der durch und durch unkritische Bericht, in welchem die wenigen angeblichen „Experten“ nur Binsenweisheiten von sich geben, sucht man Bürgerrechtler, antikommunistische Dissidenten, Flüchtlinge etc. vergebens.

Sie erkämpften ihre individuelle Freiheit und die allgemeine politische noch dazu.

Die Zuschauer erfahren auch nicht, dass mehr als 100 000 der ca. 400 000 Deutschen aus Rumänien erst nach der Revolution von 1989 bzw. dem Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa und der damit verbunden Grenzöffnung  in den Westen kamen.

Sie wurden vorher nicht freigekauft, weil keiner für sie das Schmiergeld aufbringen wollte oder konnte!
Den letzten beißen die Hunde!

Die Gründe und Auswirkungen des Exodus bleiben unerörtert.

Wen wundert es, wenn die Rumänen – unabhängig von ihrem roten Diktator - insgesamt in dem Beitrag schlecht wegkommen.

Vielleicht hätte die Autorin – wie in dem nachgerechten weiteren Beitrag aus ihrer Film-Werkstatt – doch lieber über das Krautwickel-Zubereiten,  über rumänische Sitten und Bräche oder heitere Friedhöfe berichten sollen, als über ein Subjekt, von dem sie wirklich keine Ahnung hat.

http://presse.phoenix.de/dokumentationen/2013/07/20130703_EA_MAS_Rumaenien/20130703_EA_MAS_Rumaenien.phtml

In meinem fünf Jahre verspätet erschienenen Werk „Allein in der Revolte“ wurde die Thematik ebenfalls abgehandelt,

und zwar „kritisch“ in den Kapiteln:


(Ausarbeitungsstand 2008, online veröffentlicht Januar 2011, in Druck Februar 2013.)






„Heim ins Reich“ - Bundeskanzler Schmidt als Katalysator des Exodus

Ein gutes halbes Jahr vor der Ceauşescu-Visite in Sackelhausen hatten die Gendarmen schon einmal nach mir gefahndet. Im Vorfeld des Rumänienbesuchs von Bundeskanzler Helmut Schmidt, der kurz nach der Jahreswende 1977/78 anstand, sollte ich bereits in vorbeugende Haft genommen werden. Das fühlte ich damals irgendwie, denn es gab einige Anzeichen, dass nach mir gesucht wurde. Vermutlich rechnete die „Securitate“ mit der Möglichkeit, dass militante und entschlossene Angehörige der deutschen Minderheit den persönlichen Kontakt zum deutschen Kanzler forcieren würden, vor allem in Kronstadt, wo eine Station eingeplant war, was die Sicherheitsbeauftragten vor Ort und die Staatsführung in eine peinliche Situation versetzt hätte. Mich zählten sie offensichtlich zu jener Gruppe. Die „Securitate“ war vorgewarnt. Schließlich waren die auch in Teilen Rumäniens vernommenen „Willy-Willy-Rufe“ der begeisterten Menge in Erfurt noch nicht vergessen.

Helmut Schmidt, von dessen Vergangenheit als loyaler Wehrmachtsoffizier und Patriot man in unseren Reihen wusste und dessen seriöse, kühl nordische Art des Machers generell geschätzt wurde, stand bei uns Deutschen hoch im Kurs, obwohl er ein Sozialdemokrat war. Denn Kanzler Schmidt hatte zu keinem Zeitpunkt die Mitverantwortung der Bundesrepublik am Schicksal der deutschen Minderheiten im Osten infrage gestellt. Weniger bekannt war der Aspekt, dass der Kanzler zu Ceauşescu überhaupt kein Verhältnis finden konnte und dass er den letztendlich nur auf Bukarest beschränkten Staatsbesuch mehr mit pragmatischem Widerwillen als mit Lust absolvierte.

Als Helmut Schmidt, von Persien kommend, im Januar 1978 auf dem Flughafen Otopeni eintraf, waren die Beziehungen beider Staaten genauso frostig wie das Außenwetter auf den winterlichen Straßen. 
Es herrschte Eiszeit. 
Deshalb galt es, mit der bekannten, später kontroversierten Scheckbuchdiplomatie, die Außenminister Hans Dietrich Genscher seit Jahren erfolgreich anwandte, für ein Mindestmaß an Tauwetter und klimatischer Entspannung zu sorgen. Für die „Securitate“ vor Ort war die Gesamtlage im Vorfeld des Besuches eskaliert. Jederzeit bestand die Chance unerwarteter Protestaktionen. Da mein versuchtes Mitwirken an der von Goma gestarteten Menschenrechtsbewegung offen gelegt hatte, dass ich vor öffentlichen Protestaktionen nicht zurückschreckte, sollten solche Eventualitäten bereits im Vorfeld verhindert werden. Als sich dann einige Anzeichen verstärkten, dass nach mir gefahndet wurde, entschloss ich mich spontan zum Untertauchen. Es war die richtige Entscheidung. Gerade noch rechtzeitig, bevor der Gendarm wieder an die Tür klopfte, konnte ich mich intuitiv dem Zugriff und der drohenden Präventivhaft entziehen, die Gefahr vorausahnend wie ein instinktbestimmtes Tier im Wald, das flieht, bevor es den Jäger wittert. Kurz entschlossen eilte ich zum Bahnhof und bestieg dort einen Zug, der mich wegbringen sollte - in Sicherheit vor der Sicherheit.

Also machte ich mich auf und davon und floh in die Abgeschiedenheit der Banater Berge; genauer in das kleine, verschlafene Dörflein Wolfsberg, das in idyllischer Landschaft von Siedlern aus der Zips angelegt worden war. In jener archaischen Einöde, wo bereits in früheren Jahren unsere Eltern gelegentlich ihren Urlaub verbracht hatten, harrte ich aus; vom für Anmeldungen zuständigen Ortspolizisten unbemerkt, bei kernigem Brot, bei Wurst und Speck und eingehüllt in dicke Federdecken wie daheim. Dort wartete ich in selbst gewählter Isolation ab, bis der Staatsbesuch, von dem ich nicht wissen konnte, wie er verlaufen werde, abgeschlossen war.




 Menschenhandel und Kopfgeld

Das Ergebnis dieses für die deutsche Minderheit sehr wichtigen Arbeitsbesuches war ein offiziell nie ganz offen gelegter bilateraler Vertrag, in welchem die Bundesrepublik Deutschland dem hoch verschuldeten, wirtschaftlich bereits angeschlagenen Rumänien ein Darlehen in der Größenordnung von mehreren Hundert Millionen Deutsche Mark bei niedriger Verzinsung einräumte. 
Die Bundesrepublik, seinerzeit innenpolitisch in der Auseinandersetzung mit der militant agierenden „Baader-Meinhof-Bande“, wirtschaftlich selbst in einer Hochzinsphase, doch als Exportnation erfolgreich, verknüpfte die Kreditvergabe ebenso diplomatisch diskret mit Ausreiseerleichterungen für Deutschstämmige im Rahmen der Familienzusammenführung. 
Statt der dahinplätschernden, unsystematischen und zufälligen Ausreise von Einzelnen, die jederzeit versiegen konnte, sollten nunmehr Jahr für Jahr etwa zehntausend Angehörige der deutschen Minderheit, die gerade noch zwei Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachte, das Land in Richtung Bundesrepublik verlassen dürfen - zehn Jahre lang. 
Die Gegenleistung der Bundesrepublik bezifferte sich auf ein makabres Kopfgeld von lächerlichen zehntausend Mark an Zinsverzicht; eine abstrakte Zahl, die in ihrer Höhe noch grotesker erscheint, wenn man sie mit dem zehnfachen Betrag konfrontiert, den die Bundesrepublik für den Freikauf von Bürgern aus dem zweiten deutschen Staat investierte, die oft nur gewöhnliche Kriminelle waren, die zur Zersetzung des Westens seitens der DDR-Regierung abgeschoben wurden. 

Der tatsächliche „Wert eines Menschen“ bezifferte sich auf ein paar Tausend Deutsche Mark. Ich selbst war faktisch weniger wert als eine bessere Armbanduhr aus der Schweiz, ein Rennpferd, ein Zuchtbulle oder ein deutscher Kleinwagen, der in unzähligen Stückzahlen in Wolfsburg oder Stuttgart vom Fließband lief.

War die viel verachtete und in den offiziellen Geschichtsbüchern gebrandmarkte Sklavenhaltergesellschaft wieder angebrochen? 
Waren wir wieder auf einem Menschenmarkt, wo die Piraten der Neuzeit ihre kaum erst eingefangene Frischware meistbietend verhökerten? 
Waren wir irgendwo fernab in Schwarzafrika? 
Wie viele Kamele wurden für eine holde Jungfrau aus dem Banat geboten? 
Oder lebten wir doch im Europa der Nachkriegsepoche, in einer Zeit, wo nach den schrecklichen Tagen der Vernichtung „das Völkerrecht auf den ethischen Prinzipien der Menschenrechte“ begründet worden war, kurz vor dem Ausklang des historisch so verhängnisvollen Zwanzigsten Jahrhunderts?

Deutschland wollte diesen vertraglich geregelten und geordneten Freikauf schon aus demografischen und logistischen Gründen. Ein ungeordnetes und gehäuftes Einwandern hätte Schwierigkeiten verursacht. 
Die zahlreichen, gut ausgebildeten, deutschen Fachkräfte, Handwerker und Akademiker konnten mühelos von einem Tag zum anderen in die Gesellschaft der Bundesrepublik eingegliedert werden. Für Deutschland waren diese in jeder Hinsicht „fertigen“ Menschen ein vielfacher Gewinn, während sie für das noch rückständiger werdende Balkanland einen schwächenden Aderlass bedeuteten, der nicht mehr angemessen kompensiert werden konnte.
 Ceauşescu, der ein glühender Nationalist war, stets daran interessiert die Zahl seiner Rumänen rapide anwachsen zu lassen, sah jedoch nicht nur den Geldsegen. Mit der endgültigen Aussiedlung der deutschstämmigen Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben in die Bundesrepublik löste er auf einen Schlag ein Minoritätenproblem, das er mit seiner wahnwitzigen Zwangssystematisierung nicht in den Griff bekommen hatte. Zurück blieben nur noch die Ungarn, deren Bekämpfung darauf hin besser fokussiert und effizienter betrieben werden konnte. Dieser zwischenstaatliche Vertrag, an den sich beide Staaten tatsächlich hielten, war der Auftakt zu einem „unaufhaltbaren Exodus“, zur systematischen „Entsiedlung des Banats“ und des schon vor achthundert Jahren von Deutschen besiedelten „Siebenbürgen“.

Eine unumkehrbare Ausreisewelle kam in Gang, die eine Eigendynamik entwickelte und bald zur „Torschlusspanik“ führte, bei der keiner der Letzte sein wollte. Die meisten Ausreisewilligen wurden darüber hinaus unter Ausnutzung dieser Stimmung von gewissen geschäftstüchtigen Systemprofiteuren, die allesamt Mitarbeiter der „Securitate“ waren, motiviert, die schon offiziell bezahlte Prämie zu erhöhen; sie noch einmal freiwillig zu verdoppeln, um sich damit noch rechtzeitig einen der knappen Plätze im Ausreiseexpress nach Westen zu sichern. Diese Untugend, der sich später kaum noch jemand entziehen konnte, führte dazu, dass sich die Menschen über Verwandte im Westen die nötigen Devisen beschafften. Sie verschuldeten sich dadurch privat auf Jahre hinaus, um das Schmiergeld korrupten Geheimdienstmitarbeitern und Staatsbeamten aufzudrängen, „ohne Beleg oder Quittung“, ohne jede Möglichkeit, es in veränderten Zeiten zurückfordern zu können. 

Einige erreichten mit dem teuer erkauften „Geschwindigkeitszuschlag“ zwar etwas schneller die persönliche Freiheit; andere hingegen, die ihre geliehenen Summen blauäugig Trittbrettfahrern anvertrauten, blieben ohne Gegenleistung auf ihren hohen Schulden sitzen und konnten erst nach dem Zusammenbruch der Diktatur ausreisen.

Für viele Landsleute war der später abzutragende Schuldenberg eine Last, die eine erschwerte Eingliederung zur Folge hatte und nicht selten zu einer von Anfang an verbauten Existenzperspektive führen sollte. 
Gemessen an jenen, die dank ihres oppositionellen Engagements ausreisen durften, waren alle diese materiell belasteten Menschen im Grunde unfrei und nur noch bedingt in der Lage, den Weg der Selbstverwirklichung in Freiheit zu beschreiten.




 Auszug aus:

"Allein in der Revolte.

Eine Jugend im Banat", (2013)






 Philosoph und Zeitkritiker Carl Gibson


Copyright: Carl Gibson
Fotos von Carl Gibson: Monika Nickel