Sonntag, 19. August 2012

Quo vadis, Europa? Zum Wiedererwachen des Kommunismus von Deutschland aus

Quo vadis, Europa?
In memoriam "Bau der Mauer" in Berlin vor 60 Jahren.


Im DDR-Jargon hieß sie "antifaschistischer Schutzwall" -

mit solcher Heuchelei pervertierten die Kommunisten Erich Honeckers der SED selbst den "Antifaschismus",
der die Existenzgrundlage der DDR darstellen sollte.


Foto: Monika Nickel

Auf den braunen Totalitarismus folgte der rote - Reste der "Berliner Mauer",
entdeckt:
1000 Kilometer südlich der deutschen Hauptstadt
irgendwo in Südbaden - sie erinnern und mahnen.


Ein Gespenst geht wieder um - das Gespenst des Welt - Kommunismus!

Wer hat die Mauer gebaut - die Amerikaner?

Deutsche Jugendliche wissen es nicht mehr.

Wer war Michael Gorbatschow?
Russische Jugendliche zucken verwundert die Schultern!

Kaum sind Mauer und Eiserner Vorhang gefallen,
angeblich für immer,
und schon wollen linke Demagogen ihn wieder haben:
den Kommunismus als Erlösungsmodell der Menschheit -
nach nur 20 Jahren Abstinenz!

Die Forderung ist ungeheuerlich,
eine schamlose Verhöhnung der Opfer - und das noch im Namen der

Gerechtigkeit"!

Gerechtigkeit? Gerechte Gesellschaft?

Wie gerecht war der SED-Staat unter Ulbricht und Honecker?

Wie gerecht waren alle anderen Diktaturen Osteuropas
und
vor allem jene paradigmatische des großen Völkergefängnisses Sowjetunion?

Was brachte der Weltkommunismus der Menschheit?
Annähernd 100 Millionen Tote?

Allein während der Herrschaft von Stalin, Mao und Pol Pot gab es diese Opfer - wer bilanziert schon weltweit?
Und was machen die Deutschen daraus - nach vier Jahrzehnten der Teilung,
nach Mauerbau und nach allen Terror-Erfahrungen der SED-Diktatur?

Sie lassen es zu, dass eine neue Romantik aufkommt,
eine Sehnsucht nach dem Wiedererwachen des Kommunismus
auf deutschem Boden,
ohne zu erkennen,
dass Kommunismus Diktatur bedeutet,
also das Gegenteil des demokratischen Rechtsstaates.

Zur Erinnerung:

Foto: Carl Gibson

Das war der Kommunismus - Am "Eisernen Vorhang"
bei Sopron an der ungarisch-österreichischen Grenze,
heute ein "Mahnmal"!

Wer Abkühlung nötig hat,
der möge nach Moskau blicken,
wo uneingeschränkte Despoten wie Putin willkürliche Prozesse abrollen lassen

oder
nach Minsk, wo Lukaschenko, der "letzte Diktator Europas" seine politischen Gegner aus der Opposition krankenhausreif prügeln und danach noch verhaften lässt.

Dort ist Kritik angesagt -
oder in der Volksrepublik China,

wo die elementaren Menschen- und Bürgerrechte immer noch mit Füßen getreten werden, trotz wirtschaftlichem Liberalismus.


Wehret den Anfängen!
Und hört euch die alten SED und Stasi- Parolen an:
... die Partei, die Partei , die hat immer Recht,
...

denn wer kämpft für das Recht
der hat immer recht ...

Die repressiven Apparate der roten Diktaturen KGB,
Staatssicherheitsdienst der DDR,
die Securitate Ceausescus etc. lassen grüßen!
Die Rechts- und Gerechtigkeitsauffassungen der Kommunisten sind doch bekannt?
Oder?

Man muss nicht unbedingt ein Historiker sein und auch kein Zeitzeuge, der den Terror der Roten in der Zelle erlebt hat, um zu wissen,
was der Kommunismus war.

Leider ist die verbrecherische Geschichte des Kommunismus weltweit noch nicht aufgearbeitet, auch aus praktisch- pragmatischen Gründen.

Cui bono?

Den "alten Seilschaften" aus der Stasi und der SED mit ihren Blockparteien,
Chamäleons und Wendehälse,
die heute - nach erfolgreichem Wandel wieder in Amt und Würden sind,
innerhalb der Wirtschaft ,
aber auch innerhalb der SED- bzw. PDS-Nachfolgepartei DIE LINKE?

Das Berufen auf "Gerechtigkeit" ist reine, von Ressentiments getragene Demagogie -

ebenso wie der entschuldigende Hinweis a posteriori,
DIE LINKE habe sich vom "STALINISMUS" distanziert - und damit BASTA!

So einfach ist das nicht!

Wann endete der verbrecherische Stalinismus?

1989, mit dem Fall der DDR und des kommunistischen Imperiums Sowjetunion?

Wer den Kommunismus als "politisches Ziel" anstrebt,
agiert nach meiner Auffassung hetzerisch, demokratiefeindlich und verfassungskonträr.

Was ist mit den Führungspersonen, die den Kommunismus in der DDR und sonst wo im Ostblock mitgetragen haben, die die verbrecherischen Befehle an ihre Geheimdienste formulierten, die Rechtsbeugung anordneten?

Wehret den Anfängen – Wegschauen ist der falsche Weg!
Lassen wir es nicht zu, dass Demagogen von links oder rechts - an billige Masseninstinkte appellierend - den demokratischen Rechtsstaat untergraben.


Foto: Carl Gibson

Für Frau Lötzsch (DIE LINKE) und andere Romantiker des Marxismus-Leninismus aus DIE LINKE:

"Maschendrahtzaun" - Relikte am "Eisernen Vorhang" bei Sopron -
an die Verbrechen des Kommunismus erinnernd.


Die unverantwortlichen Parolen einer Brandstifterin aus der Partei DIE LINKE zeugen von dem Geist der politischen Vereinigung, hinter welchen der Ungeist eines
Marx, Lenin und Stalin lauert,
Hetze und Spaltung
und dahinter sogar das Verbrechen.

Der "Kommunismus" darf - ebenso wenig wie der "Nationalsozialismus" oder der "Faschismus" nie wieder als "politisches Ziel" angestrebt werden!

Alle diese totalitären Weltanschauungen führen zu Unfreiheiten, Terror und Diktatur.



Die Opfer des Kommunismus müssen die Dinge schonungslos beim Namen nennen und weiter aufklären.

Wenn solch verfassungsfeindliche Parolen bereits 20 Jahre nach dem Fall des Kommunismus in Osteuropa und in der Sowjetunion möglich werden,
dann zeugt dies von einer noch nicht erfolgten
Vergangenheitsaufarbeitung.
Die Bewältigung des Kommunismus kommt noch auf uns zu.



Foto: Privatarchiv Carl Gibson

Ehemaliger antikommunistischer Bürgerrechtler Carl Gibson an der
"Mauer in Westberlin"
im Jahr 1981.
Der Kommunismus schien noch für 1000 Jahre fest zementiert.

Im Hintergrund: Der "Todesstreifen".

Die Mauer - Opfer mahnen!

An dieser Stelle starben Menschen, nur weil sie den Ausbruch in die Freiheit wagten.


Mein Plädoyer für die Freiheit -
nur wer sie nicht hatte, weiß ihren Wert zu schätzen.

( Carl Gibson, Symphonie der Freiheit. Widerstand gegen die Ceausescu-Diktatur. 2008.)

Die Opfer der beiden Diktaturen auf deutschem Boden im 20. Jahrhundert sollen nicht umsonst gewesen sein.


Dort, wo die Würde des Menschen bedroht wird,
ist Widerstand angesagt - überall, weltweit.



P.S. Eine leicht veränderte Fassung dieses Kommentars auch auf:

http://www.carlgibsongermany.wordpress.com/


Wenn wir die Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit nur Kommunisten überlassen, dann wird es keine Aufarbeitung geben! Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Wer die Verlogenheit und das Täuschungshandwerk verinnerlicht hat, der wird weiter die Wahrheit verfälschen und im eigenen Interesse andere hinters Licht führen.

Der Bock darf nicht länger Gärtner sein und Täter nicht länger Opfer!


Copyright: Carl Gibson

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