Montag, 13. Mai 2013

Der „Verhörer“ – Konkreativität im Teamwork – Herta Müllers helfende Hände und Köpfe



17. Der „Verhörer“ – Konkreativität im Teamwork – Herta Müllers helfende Hände und Köpfe


 


Da Herta Müller keine eigenen Erfahrungen im Securitate-Verhör gemacht hat, einfach deshalb, weil sie nie konkret in der kommunistischen Diktatur Ceausescus verfolgt wurde, muss sie, um glaubwürdig zu wirken, Ereignisse aus den Erzählungen anderer Opfer übernehmen, um diese literarisch frei umzudeuten.

(Früher mussten einige Dichter aus ihrem Bekanntenkreis in Temeschburg herhalten, namentlich William Totok oder Rolf Bossert. Dieses Mal war mein Werk an der Reihe. Verräterisch sind dabei die zahlreichen abgekupferten Details, die in Herta Müller Version nicht mehr stimmig sind.

Frappierend ist, dass die sonst alles andere als selbstsichere Schriftstellerin selbst bei ihrem schärfsten Kritiker Anleihen aufnimmt und sich von seinen Beiträgen inspirieren lässt, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben, ohne Skrupel und ohne Furcht, von dem auch literaturdetektivisch ausgewiesenen Carl Gibson (seit Nietzsches Lenau-Rezeption, Sprachkunst, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien 1986) ertappt zu werden.

Wie bereits betont, ist es ein ungeschriebenes Gesetz der Schriftsteller:

Ein guter Schriftsteller schreibt nur über Dinge und beschreibt nur Phänomene, die er sehr genau kennt, die er aus eigener Erfahrung heraus kennt , die er empathisch nachvollziehen kann- die er selbst psychisch und physisch erlebt, erlitten hat.

Dabei schreibt er so, dass seine Leser im denkend folgen können.

Verstößt er gegen dieses Prinzip, dann riskiert sich zu verrennen, sich zu blamieren – nicht nur vor Insidern, sondern vor den Augen der ganzen Welt. Die Fans lassen noch einiges gelten. Wissenschaftler aber werden vieles hinterfragen, früher oder später.

Diesen Fauxpas hat sich Herta Müller vielfach geleistet, einfach von der Annahme ausgehend, dass sie mit realistischen Beschreibungen, die sie nicht beherrscht, genauso durchkommt wie mit dadaistisch-expressionistischen Fiktionen, die der Überprüfbarkeit nicht bedürfen.

Das hat sie, die doch andere täuschen wollte, sich selbst getäuscht, maßlos verrannt und für alle Zeiten bis auf die Knochen blamiert.

Ergo ist sie – in meinen Augen – endgültig unglaubwürdig geworden.

Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich dieses –auch Insidern längst bekannte - Faktum herum spricht, Kreise zieht und zu Konsequenzen führt. Ihre Förderer werden gezwungen sein, sie fallen zu lassen – das vorauszusehen erfordert keine prophetische Gabe oder philosophische Weitsicht – die Kraft des Faktischen wird sich auch in diesem Fall durchsetzen.

Je genauer man bei Herta Müller hinschaut, desto fündiger wird man.

Stutzig macht auch den Sprachsensiblen der noch nie vernommene  Neologismus – ein Fall für die Sprachwarte?

„Verhörer“!

Hört, hört!

Wer hat sich da verhört?

Die deutsche Sprach schreitet fort, voran … seit Luther!

Und Herta Müller und ihre Helfer, Lektoren und Liktoren, mischen kräftig mit an diesem Fortschritt!

Was wäre Herta Müller ohne ihre Lektoren und Liktoren,

ohne ihre „Nominierer“ und „Retuschierer“?

Ein literarisches Mauerblümchen im Wind?

 – Oder war es erneut der böse Bube im Spiel, der ZEIT-Redakteur Ijoma Mangold, der ihr – aus welchen Gründen auch immer - das Basiliskenei untergelegt hat, als er an dem ominösen Testimonium dieses neuzeitlichen Martyriums eifrig mit strickte?

Das unterstellt ihm Herta Müller in einer privaten Email an einen anderen willigen Helfer aus dem Freundeskreis.

Der Literaturkritiker Ijoma Mangold hat also nicht nur an den Zwischenüberschriften des Monster-Artikels aus der angeblichen Feder von Herta Müller herumgedoktert und dabei die Banater Schwaben verunglimpft – er hat dann, laut Herta Müller, auch im Text selbst Veränderungen vorgenommen und so die deutsche Sprache um mindestens eine Perle bereichert!?

DIE ZEIT – welch ein Vorbild!

Ja, mit gutem Journalismus dieser Art kann man in der Tat den Herausforderungen des Internets trotzen und überleben!

Ijoma Mangold jedenfalls hat sich nicht gewehrt – und seinen Jon bei der ZEIT behalten, getreu der historischen Lebensweisheit der Rumänen: das gebeugte Haupt wird vom Schwert verschont, ein Motto mit dem die fatalistischen Rumänen die jahrhundertelange türkische Knechtschaft, den Kommunismus … und die Anschuldigungen Herta Müllers überlebten.

So überleben heute wackere „Journalisten“ nicht nur China und Russland, sondern auch in den Redaktionstuben großer Blätter in Deutschland, wo der Chef bestimmt, wohin die Reise geht … wie einst die SED und die KPs in der totalitären Welt.

Meine „Verhörer“ -man höre und staune- hatten stets Namen und Dienstgrad.






Aus: Carl Gibson, „Die Zeit der Chamäleons“ -


Aphorismen, Reflexionen, Maximen, Sentenzen, Ideen, Essays






zur Literatur, Philosophie und Geistesgeschichte und Kritisches zum Zeitgeschehen


Motto:




Zum Sinn der Philosophie heute

Philosophen sollen reden und schreiben,
Philosophen sollen Fragen aufwerfen und Antworten anbieten,
sonst ist ihr Denken umsonst!

Das – sprichwörtliche – Schweigen der Philosophen ist ein Irrweg.

Das Schweigen der Denker nützt nur den Mächtigen.










Mehr zur "Philosophie" von Carl Gibson in seinem Hauptwerk (in zwei Bänden),
in:





"Symphonie der Freiheit", (2008)

sowie in dem jüngst erschienenen

 "Allein in der Revolte". Eine Jugend im Banat, (2013)



 

 

 
 
 
 
 
 





 





Philosoph und Zeitkritiker Carl Gibson

Weitere Aphorismen, Reflexionen, Maximen, Sentenzen, Ideen und Essays werden auf diesem Blog folgen.


Copyright: Carl Gibson
Fotos von Carl Gibson: Monika Nickel





 

 
 

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