Montag, 13. Mai 2013

„Selig sind, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen“! Über Opfer mit Opfer-Bonus und Opfer-Abo


 

19. „Selig sind, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen“!


 

Über Opfer mit Opfer-Bonus und Opfer-Abo

 

Ja, in der Tat – „ihrer ist das Himmelreich“!

Den meisten in totalitären Systemen, in den Diktaturen der Welt Verfolgten bleibt nur der „metaphysische Trost“ und das Bewusstsein, mit reinem Gewissen von dieser besten aller Welten scheiden zu können, nachdem sie im konkreten geistigen und politischen Kampf alles gaben, um diese Welt humaner und besser zu machen.

Nur wenige Widerständler gegen Unrecht werden Lohn und Ehrung finden.

Und noch wenigen Akteuren gelingt es, in einer immensen Täuschungsaktion Widerstandsmythen aufzubauen und politisch-geistige Opposition vorzugaukeln und dabei auch noch mit dem Lorbeer gekrönt zu werden.

So wird die Geschichte verfälscht.

Herta Müller hat es fast geschafft – doch der Pyrrhus-Sieg wird nicht lange halten. Ihr Mythos steht auf tönernen Füßen – und sie wird tief fallen, wenn sie von den „mächtigen Freunden“, die sie noch im eigenen Interesse protegieren, fallen gelassen wird.

Ihre „Literatur“ wird trotz Nobelpreis dort landen, wo sie hingehört, auf dem Müllhaufen der Literaturgeschichte!

Die Zeit ist reif – eben durch das eklatante Versagen der ZEIT und durch ihren Versuch, Kritiker in einer Demokratie mundtot zu machen über Macht im Medienbereich.

Herta Müllers ZEIT-Artikel „Die Securitate ist noch im Dienst“ beginnt mit einer höchst trivialen Verfolgungsgeschichte.

Nichts Neues unter der Sonne?

Herta Müller ist verfolgt worden!

Fast schon ein Topos, ein ewiges Motiv der Gegenwartsliteratur deutscher Zunge, eine Manie, eine Obsession?

Wenn Herta Müller an die deutsche Presse appelliert, dann immer auch, um ihre „Verfolgung“ bekannt zu machen.

Und wie reagiert die deutsche Presse?

Sie greift die Botschaft auf und transportiert sie unkritisch unters Volk, so als ob der bundesrepublikanische Journalist nichts anderes wäre als ein „Transmissionsriemen der kommunistischen Partei“ wie einst unter Stalin, Ceausescu oder Honecker.

Das Ethos des Journalisten kümmert diese Zeitungsschreiber wenig, auch wenn sie für große Zeitungen tätig sind.

Dieser Typus Journalist überprüft keine Quelle, er recherchiert nicht – er vertraut und rückt die Zeilen der doch allgemein als „geistige und moralische Autorität anerkannten “ Herta Müller in die Kolumnen seines Blattes, ohne die Glaubwürdigkeit und Authentizität der Story anzuzweifeln.

Aus einem Gerücht, aus bloßen Behauptungen werden so Fakten-

Das ist mehrfach so geschehen – ungeachtet meines schriftlichen Protestes –

u. a. in der „Frankfurter Rundschau“,

in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“,

im „Focus“,

und in – am massivsten ausgeprägt in dem Magazin DIE ZEIT

.

Fakten, Fakten, Fakten … und immer an die Werber denken!

Man transportiert die Herta Müller- Stories und Mythen, auch deshalb ungeprüft, weniger blauäugig als bewusst, weil hinter Herta Müller Verlage und somit solide Inserenten stehen, die die Presse mit am Leben halten, in Druck und Online.

Diese zahlungskräftige Klientel will keiner verärgern. Also übt man sich in vorauseilendem Gehorsam und praktischer Selbsterhaltung, stellt Bedenken zurück und publizierte das, was hohe Verlagsmanager erwarten … auch wenn dies den guten Ruf ruinieren und einem wirtschaftlich das Genick brechen könnte.

Ist ein deutscher Redakteur noch wirklich frei?

Darf er sich öffentlich wehren, seine Ehre wahren, wenn höhere Mächte ihm den Schwarzen Peter zuschieben, ihn öffentlich zu Buhmann machen und ihn in die Ecke stellen?

Der Job wird ihm wichtiger sein!

Er wird kuschen, um weiter im Geschäft zu bleiben, während die Wahrheit auf der Strecke bleibt?

Wahrheit, Ethos, Werte?

Sind das nicht Subjekte, mit denen sich Philosophen herumschlagen sollten, am besten im Verborgenen fern der Öffentlichkeit, fern vom Markt, im Elfenbeinturm der Alma Mater oder in den Katakomben der Wüstenei?

Nun, es gibt da noch ein paar Philosophen, die in die öffentliche Debatte eingreifen wie Voltaire und Nietzsche, die die Dinge beim Namen nennen, auch die falschen Hohepriester und Pharisäer, die Wasser predigen und insgeheim Wein trinken.

Diese Philosophen sind gut beraten, der Politik, den Journalisten, der Wissenschaft und den Dichtern zuzusehen, zu wachen und zu mahnen, wenn Selbstherrlichkeit zur Hybris wird, wenn nicht nur Dichter lügen und wenn die Lüge die Stelle der Wahrheit einnimmt.

Doch zurück zu Herta Müllers ZEIT-Artikel „Die Securitate ist noch im Dienst“ und ihrem ewigen Thema con varizioni „Verfolgung“.

Sie reiste im Jahr 2008 nach Rumänien, also in ein Land, in welchem sie angeblich gegen ihren Willen „harte Eier und Zwiebeln“ essen musste, in welchem sie „kotzte“ und mehrfach in den Dreck gestoßen wurde.

Überprüft hat das niemand. Es steht so da. Papier ist geduldig – und der kritische Aufklärersinn des Deutschen Michels auch.

In Bukarest sei sie verfolgt worden. Ein subjektiver Eindruck? Eine Einbildung? Auch das steht so da.

„Ich bin verfolgt worden“ – das kann jeder behaupten.

Was die gesamte, kaum zitierungsunwürdige Verfolgungs-Story in der rumänischen Hauptstadt aber unglaublich werden lässt ist der Aspekt, dass die Akteurin nie und nimmermehr nach Rumänien gereist wäre, wenn sie dort tatsächlich in früheren Jahren von der Securitate gefoltert worden wäre.

Als Folteropfer der Securitate darf ich da wohl mitreden!?

Herta Müller kennt die Securitate und ihre Folteranstalten lediglich vom Hörensagen her. Ihre tatsächliche Berührung mit dem berüchtigten Geheimdienst beschränkt sich auf zwei bis drei Kontakte.

In einem Gespräch soll die Securitate sogar versucht haben, sie als Agentin, als Spitzel und Zuträgerin anzuwerben. Sie habe diesem Anwerbeversuch jedoch heroisch widerstanden, genauso heroisch wie ihr Studienkumpel Helmut Frauendorfer, der sich heute als ehemaliger Widerstandskämpfer aufspielt, obwohl er damals – unter angeblichem Druck – bei der Securitate unterschrieben hat, um sich dann im Freundeskreis zu outen. In mir sieht dieser alte Kumpan und willige Helfer Herta Müllers und Richard Wagners einen „pathologischen Neider“ – und dies öffentlich in den Heften der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft in Berlin.

Für mich steht fest:

Charaktere, die einmal bei der Securitate weich wurden, sich als Spitzel anwerben lassen, sind moralische Nullen und für alle Zeiten unglaubwürdig. Das gilt nicht nur für die Gegner Herta Müllers, sondern auch für ihre poetischen Rivalen wie Werner Söllner (IM der Securitate „Walter“) oder ihre „Freunde“ wie Büchner Preisträger Oskar Pastior (IM der Securitate „Stein“), dem Herta Müller „Atemschaukel“ und den forcierten Nobelpreis zu verdanken hat.

Fakt ist ferner:

Im meinem oppositionellen Umfeld hat die Securitate keine Anwerbungsversuche unternommen, denn die Profis des Geheimdienstes klopften nur dort an, wo eine potenzielle Mitarbeit wahrscheinlich und möglich  erschien, nur dort wo über Erpressung Druck ausgeübt werden konnte.

Keiner meiner antikommunistischen Mitstreiter bei SLOMR hat sich von der Securitate vereinnahmen lassen.

Darüber hinaus ist das konkrete Folteropfer Erwin Ludwig, Mitbegründer von SLOMR Temeschburg, 1980 aus Rumänien ausgereist, nie wieder in das Land seiner Folterknechte zurück gekehrt.

Ein echtes entsprungenes Opfer kehrt eigentlich nie an den Ort seiner Folterung zurück, an die Stelle, wo Folterknechte eines totalitären Regimes ihm körperliche Leid und unendliche psychische Schmerzen zufügten.

Wenn Herta Müller tatsächlich in Rumänien konkret gelitten hätte, dann wäre sie auch nie in das Land ihrer Peiniger zurückgekehrt, schon gar nicht um als Gast der Konrad Adenauer Stiftung, deren Preisträger sie ist, in Siebenbürgen zu debattieren und zu tafeln.

Weshalb verschweigt Herta Müller in ihren obskuren ZEIT-Securitate-Artikel das wichtige Detail, eben im Jahr 2008 - als sie sich erneut in Bukarest beobachtet fühlte und verfolgt gewesen sein will – eigentlich ein wohlbehüteter „Gast der Konrad Adenauer Stiftung“ war?

In meinem Fall dauerte es ganze 30 Jahre, bevor ich wieder rumänischen Boden betrat, hauptsächlich um bei der rumänischen Gauck-Behörde, wo ich auch als „externer ausländischer Forscher“ akkreditiert bin, meine Securitate-Opfer-Akte einzusehen, ebenso die Akte „Cristina“ von Herta Müller, ein Akt, der auch zustande kam, weil Herta Müllers zweiter Ehemann Richard Wagner mich auf der Seite der ZEIT Online dazu öffentlich aufgefordert hatte. Ich wolle meine Akte nicht einsehen und ihre Akte auch nicht! Das Gegenteil ist richtig. Nur verweigerte mir DIE ZEIT bisher die Möglichkeit einer Gegendarstellung, die Beantwortung der frechen Kalomnie.

Da ich die Akte „Cristina“ nunmehr kenne, besteht in vielen Punkten Gewissheit.

Jeder Forscher kann also mit Bestimmtheit feststellen, dass Herta Müller viele Jahre nicht konkret verfolgt wurde. Ab 1983 wurde sie lediglich indirekt konspirativ beobachtet, ohne Auswirkungen. Sie durfte aber trotzdem veröffentlichen und mehrfach in die BRD reisen.

Ihre angebliche Opposition ist eine reine Erfindung, ein plump inszenierter Mythos. Auch die ZEIT wird sich diesen Fakten stellen müssen – die Zeit ist längst überreif, sonst könnte es sein, dass aus diesem verdrängten Watergate ein echtes Waterloo wird!





Aus: Carl Gibson, „Die Zeit der Chamäleons“ -


Aphorismen, Reflexionen, Maximen, Sentenzen, Ideen, Essays






zur Literatur, Philosophie und Geistesgeschichte und Kritisches zum Zeitgeschehen


Motto:




Zum Sinn der Philosophie heute

Philosophen sollen reden und schreiben,
Philosophen sollen Fragen aufwerfen und Antworten anbieten,
sonst ist ihr Denken umsonst!

Das – sprichwörtliche – Schweigen der Philosophen ist ein Irrweg.

Das Schweigen der Denker nützt nur den Mächtigen.











Mehr zur "Philosophie" von Carl Gibson in seinem Hauptwerk (in zwei Bänden),
in:





"Symphonie der Freiheit", (2008)

sowie in dem jüngst erschienenen

 "Allein in der Revolte". Eine Jugend im Banat, (2013)



 

 

 
 
 
 
 
 
 





 





Philosoph und Zeitkritiker Carl Gibson

Weitere Aphorismen, Reflexionen, Maximen, Sentenzen, Ideen und Essays werden auf diesem Blog folgen.


Copyright: Carl Gibson
Fotos von Carl Gibson: Monika Nickel





 

 
 

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